Die Leichtathletik-WM ist für ARD und ZDF eine Premiere der besonderen Art: Die Fernsehzuschauer können die Wettkämpfe in verbesserter Bildqualität verfolgen, dem neuen Fernsehformat High Definition TV. Auch das internationale Sendesignal produzieren ARD und ZDF in der hochauflösenden HDTV-Technik. Rund 30 Prozent der deutschen Haushalte haben bereits einen der neuen Flachbildschirme oder Projektoren, auf denen das Logo "HD ready" oder "Full HD" prangt. Seit Ende 2005 konnten Zuschauer entsprechende Fernseher kaufen, aber bislang die höherere Bildqualität lediglich beispielsweise beim Ansehen von Blu-Ray-Disks oder einiger weniger - zumeist verschlüsselter - TV-Sender nutzen.
Vorweg: Wer noch einen alten Röhrenfernseher hat und keinen neuen anschaffen will, muss keine Angst haben, dass er etwas verpasst: Auch zur WM senden ARD und ZDF auf die bisherige Art weiter - das HD-Angebot ist derzeit und auch ab 2010 ein zusätzlicher Service.
Um in den vollen Genuss von hochauflösendem Fernsehen zu kommen, reicht meist der Full-HD- bzw. HD-Ready-Fernseher allein nicht aus. Meist muss auch das Empfangsteil - ein so genannter Decoder - das HD-Signal interpretieren können. Das können die meisten HD-Ready-Geräte nicht, für sie braucht der Zuschauer eine zusätzliche Set-Top-Box. Hier sieht es in den bundesdeutschen Haushalten bisher mau aus - lediglich zwei Prozent verfügen über ein entsprechendes Gerät. Ein Aufrüsten der heimischen Empfangsanlage lohnt aber in jedem Fall - bis zu fünfmal schärfer wird der Bildempfang in HD.
Dabei ist es allerdings wichtig, darauf zu achten, dass die Set-Top-Box auch für den zu Hause genutzten Empfangsweg tauglich ist: Eine HDTV-Satelliten-Set-Top-Box nutzt nichts an einem Kabelanschluss. Mit einer neuen Set-Top-Box muss der Zuschauer noch einen Sendesuchlauf machen, denn die HD-Kanäle tauchen nicht "einfach so" auf.
Die veraltete PAL-Übertragung, die für Röhrenmonitore optimiert war, kann auf Flachbildschirmen lediglich eine maximale Auflösung von 720x576 Pixeln darstellen. Mit dem 720p-Standard wächst die Pixelanzahl auf 1280x720 Pixel - das Bild ist folglich deutlich detailreicher, und Bewegungen werden durch optimierte Umrechnungsverfahren viel schärfer dargestellt. Somit ist das HDTV-Bild schon von den technischen Voraussetzungen her dem gewohnten Fernsehbild überlegen.
Startschuss für die HDTV-Testübertragung von ARD und ZDF ist der 15. August mit Beginn der Leichtathletik-Weltmeisterschaften, danach wird der HDTV-Testbetrieb zur IFA 2009 und zu Weihnachten als HDTV-Showcase fortgesetzt. "Gemeinsam produzieren ARD und ZDF als Host-Broadcaster das Sendesignal für TV-Stationen weltweit und in hochauflösender HDTV-Technik. Das hochauflösende Fernsehen wird spätestens 2010 zum allgemeinen Qualitätsstandard werden, wenn ARD und ZDF mit den Olympischen Winterspielen von Vancouver die reguläre HDTV-Ausstrahlung starten", sagte Walter Johannsen, ARD-WM-Teamchef bei der Präsentation des technischen Sendekonzepts.
Zuvor wird in digitalen Netzen - über Kabel, Satellit (Astra) oder IPTV - die HD-Ausstrahlung nach und nach ausgebaut: ARTE sendet seit Januar 2009 in HD und erhöht den Anteil von HD-Produktionen stetig bis 2010, auch EinsFestival sendet bereits auf HD. Natürlich wird niemand gezwungen, seine Empfangsgeräte auszutauschen, die bisherigen Fernsehsignale werden auch nach 2010 ausgestrahlt und für den Zuschauer gibt es selbstverständlich keinerlei Verschlüsselungen oder zusätzliche Kosten.
| Das Erste HD | ZDF HD |
|---|---|
| Transponder: 11 ASTRA 19,2° Ost | Transponder: 11 ASTRA 19,2° Ost |
| Frequenz: 11,362 GHz | Frequenz: 11,362 GHz |
| Polarisation: horizontal | Polarisation: horizontal |
| Fehlerschutz FEC 2/3 | Fehlerschutz: FEC 2/3 |
| Symbolrate 22 MSymbols/s | Symbolrate: 22 MS/s |
| Modulation: DVB-S2 | Modulation: DVB-S2 (8PSK) |
Seit dem 13. Juli sind bereits auf "Das Erste HD" und "ZDF HD" unbewegte Testbilder zu sehen, die die neuen Programmplätze signalisieren und als Vorbereitung der HDTV-Showcases von ARD und ZDF dienen.
Die Einspeisung in die Kabelnetze hängt von den Betreibern ab - wer jetzt schon Arte HD und Simultan HD (Test HD) empfangen kann, hat gute Karten. Denn dieser Transponder wird für den Testbetrieb genutzt. Unitymedia und Kabel BW speisen die HD-Programme ein. Auch Kabel Deutschland überträgt inzwischen die HD-Kanäle. Wer einen Humax 1000-Receiver benutzt, muss jedoch zuvor ein Softwareupdate fahren, sonst findet der Receiver nichts.
Keinen HD-Empfang gibt es für die Nutzer des digitalen Antennenfernsehens DVB-T: Der Nachfolgestandard DVB-T2 ist noch nicht in Deutschland eingeführt. Über digitales Kabel (DVB-C) und digitalen Satelliten (DVB-S) ist der Empfang hingegen möglich.
Blue-Ray, HD, HD-Ready, 720p - die wichtigsten Begriffe rund um HDTV kurz erklärt. [mehr]
Rund 55 Stunden Leichtathletik allein live. Erstmals wird in HDTV produziert.
Länge: 0:24 Minuten
Weitere Informationen zum Empfang von Fernsehen in HDTV-Qualität auf ARD.de [mehr]
Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA,
DLF/ DKultur, DW